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By Arbeitsgruppe Bielefelder Soziologen

ISBN-10: 3531220543

ISBN-13: 9783531220543

Im vorliegenden Band wird versucht, dem deutschsprachigen Leser einige sozial wissenschaftliche Forschungsansatze vorzustellen, die in den Vereinigten Staaten zunehmend Interesse findEn, im deutsch sprachigen Raum - abgesehen vom Symbolischen Interaktionismu- bisher jedoch kaum rezipiert sind: den Symbolischen Interaktionis mus, die Ethnomethodologie, die Ethnotheorie (ethnoscience) und die Ethnographie des Sprechens. Diese Ansatze verbindet das In teresse, bei der Beschreibung und Erklarung gesellschaftlicher Phanomene mitzuberucksichtigen, wie die Gesellschaftsmitglieder selbst die gesellschaftliche Wirklichkeit erleben. Ohne Berucksich tigung der Eigenperspektive der GesellschaftsmitgIieder kann guy - so diese Ansatze - nicht zureichend erklaren, warum in spezifi schen sozialen Situationen spezifische Personen in bestimmter Wei se und nicht anders handeln. Die hier zusammengestellten Ansatze verbindet additionally ein zentrales Interesse am All t ag sw isse n der Gesellschaftsmitglieder. inso fern unterscheiden sie sich von der'klassischen deutschen Wissens soziologie, die weniger am selbstverstandlichen Alltagswissen der Gesellschaftsmitglieder, denn an hochtheoretischen "sekundaren" Konstruktionen sozialer Gruppen interessiert warfare. Ein weiterer Unterscheidungspunkt ist der, dass diese Ansatze versuchen, die Alltagswissensbestande, auf die sie im Laufe ihrer Forschung stossen, in ihrer permanenten Erzeugung, Umkonstruktion und An wendung im Interagieren der Gesellschaftsmitglieder zu erfassen und nicht als losgeloste Gesamtheiten sozialen Aggregaten korrelativ gegenuberzustellen - sozialen Aggregaten, die bereits immer schon abschliessend vorverstanden sind. Das Alltagswissen ist fur die ge nannten Ansatze nur insofern interessant, als es ein heuristisches Medium zur empirischen Erfassung des Handeins der Gesellschafts mitglieder und der systematischen sozialen Strukturiertheit dieses Handeins ist.

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Viele soziologische Forschungstechniken wie z. B. das Interview machen in diesem Sinne vom heuristischen Medium des Alltagswissens impliziten Gebrauch. Um jedoch mit grösserer Verlässlichkeit von Alltagswissensbeständen auf soziales Handeln schliessen zu können, als das in der heutigen soziologischen Forschungspraxis möglich ist, muss das Medium des Alltagswissens samt der Techniken seiner Analyse explizit gemacht werden. Diese Explizitmachung führt in grundlagentheore- 51 tische Reflexionen, die mit der formalpragmatischen Struktur des Alltagswissens und seiner interaktionslogischen Bezüge im Rahmen der Handlungspraxis auch die Grundlagen soziologisch-wissenschaftlicher Wissenserzeugung und -anwendung problematisieren.

Ihre analytische Rekonstruktion muss in einer in ihrem Kernbestand apriorisch-synthetischen Grundlagentheorie angegangen werden, die eine explizierte Interaktionslogik für soziales Handeln überhaupt, einschliesslich wissenschaftlichen Handeins, beinhaltet. Die von den Gesellschaftsmitgliedern immer schon implizit angewandte Interaktionslogik der Alltagspraxis hat sich in der formalen Struktur des Alltagswissens niedergeschlagen. Die interaktionslogisch-kommunikativen Regeln der Wissenserzeugung und -anwendung gelten auch für den soziologischen Forschungsprozess , weil dieser im Prinzip Kommunikation mit den Untersuchungsperso~en als Gesellschaftsmitgliedern ist.

Ob ein einflussmässig übergeordneter oder "kollidierender" Interaktionsbereich ein intervenierendes Regelsystem anwenden oder bestimmte materielle und personelle Ressourcen einsetzen wird, liegt häufig im interpretativen Ermessensspielraum der Mitglieder dieses Interaktionsbereiches und kann, da deren Motivationsstrukturen und routinisierte Praktiken nicht bekannt sind, kaum antizipiert werden. Umgekehrt haben auch jene übergeordneten oder kollidierenden Interaktionsbereiche Schwierigkeiten, die Rolle der in Rede stehenden Interaktionspartner zu übernehmen und ihre routinisierten Praktiken abzuschätzen.

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